Freitag, 26. März 2010

Im Eishaus von Minette Walters

Kurzbeschreibung amazon.de

Handelt es sich bei der Leiche im Eishaus des englischen Landsitzes Streech Grange um die sterblichen Überreste des Hausherrn David Maybury? Seit zehn Jahren fehlt von ihm jede Spur, und für die Dorfbewohner gibt es nur eine Erklärung: Phoebe Maybury hat ihren Mann umgebracht. Auch Inspektor Walsh ist davon überzeugt, Phoebe endlich den Mord von damals nachweisen zu können. Doch schon bald stellt sich heraus, daß der Fund der Leiche nicht genügt, um das dunkle Geheimnis von Streech Grange zu lüften...

Die Bücher der Minette Walters haben Flair. Sie versteht es, den Leser an der Nase herumzuführen und immer wieder neue Wendungen in die Geschichte zu bringen. Man erfährt erst am Schluß, was wirklich vorgefallen ist. Das hält die Leser bei der Stange.
Mir hat es gut gefallen.

Sonntag, 14. März 2010

Leichenblass von Chandler McGrew

Kurzbeschreibung amazon.de

Der 13-jährige, taubblinde Pierce verfügt über eine besondere Gabe: Als Einziger spürt er die Anwesenheit jener dunklen Macht, die seinen beschaulichen Heimatort durchstreift - auf der Suche nach neuen Opfern. Detective Jake Crowley geht der Serie mysteriöser Mordfälle nach, die die kleine Gemeinde erschüttern, und erkennt bald eine Verbindung zu den düsteren Geheimnissen seiner eigenen Familie. Um die Schrecken von Gegenwart und Vergangenheit zu bannen, muss Jake sich der außergewöhnlichen Fähigkeiten des jungen Pierce bedienen ...

Ich habe bereits die anderen Bücher des Autors gelesen und
ich fand die anderen besser.
Wer Bücher mag, die auch etwas ins Mystische gehen,
dem wird das Buch gefallen.

Ein Hit ist es aber nicht!

Donnerstag, 4. März 2010

Vollidiot von Tommy Jaud

Aus der Amazon.de-Redaktion
Es gibt Bücher, da muss man während der Lektüre alle paar Sekunden lachen, fühlt sich prächtig unterhalten -- und hat die Handlung doch nach kurzer Zeit völlig vergessen. Was kein Einwand sein muss, sondern vielmehr eine Art Genre beschreibt, das man in Anlehnung an das Kino als Popcorn-Literatur bezeichnen könnte: Temporeich erzählt und schnell konsumierbar, spekuliert diese Art von Unterhaltungs-Literatur von Anfang an auf ihre Verfilmbarkeit. Else Buschheuers Ruf! Mich! An! ist so ein Fall, oder auch Benjamin von Stuckrad-Barres Soloalbum. Mit scharfsinnigen Beobachtungen gespickt und hart am Zeitgeist segelnd, kreisen diese Romane gern um die existenziellen, aber irgendwie auch nichtigen Nöte notorischer Single-Existenzen. Tommy Jauds Vollidiot passt prima in die Reihe.

Simon Peters, Verkäufer in einem T-Punkt-Laden, steht kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag. Seit seine Freundin ihn verlassen hat, ist er etwas von der Rolle. Weder im Club-Urlaub noch im Kölner Tag-und-Nacht-Leben findet er sexuelle Erfüllung. Und bei Ikea sind nur Pärchen unterwegs. Als er sich endlich ein Herz fasst und die traumhafte Tresenkraft aus dem Starbucks gegenüber anspricht, fühlt er sich "wie ein Ossi beim ersten McDonalds-Besuch, drei Minuten nachdem die Mauer gefallen ist." Natürlich geht der Annäherungsversuch schief, denn Auge in Auge mit der Angebeteten bringt Simon kein Wort heraus: "ein Reh im Fernlicht eines Gurkenlasters."

Zum Glück gibt es aber Paula. Die ist mit allen Beziehungswassern gewaschen und hat den perfekten Paula-Plan parat, mit dem Simon die Milchschaum-Fachkraft todsicher klarmacht. Dummerweise vermasselt Simon den Plan, weil er sich am Tag X aus seiner Wohnung aussperrt. Zum Glück hat seine kroatische Putzfrau Lala einen Ersatzschlüssel.

Wie in den meisten Single-Romanen geht es auch bei Tommy Jaud darum, dass der egozentrische Held ein paar Sachen über sich kapiert: nämlich, dass er sich wie ein Trottel durch die Welt bewegt. Eine richtige Entwicklung macht er freilich nicht durch. Und wie Sven Regeners Herr Lehmann endet auch Vollidiot mit dem dreißigsten Geburtstag des Protagonisten. Nur dass bei Jaud am Schluss nicht die Berliner Mauer fällt, sondern der Ikea-Sessel Jennylund in Rauch und Asche aufgeht.

Kurzweilige, lustige Literatur für zwischendurch.